
Die stärksten April-Releases für dein Heimkino
Welche Titel im April 2026 den Markt bestimmenWenn da der Osterhase nicht mal besonders hübsche Eier in unsere DVD- und Blu-Ray-Player gelegt hat. Versteckte Filmperlen quasi, die uns einmal bis nach Hollywood zu den Oscars („Sentimental Value“) und zurück („Das Leben der Wünsche“) führen und dazwischen vom märchenhaften Arthouse-Coming-of-Age-Drama über beunruhigende Science-Fiction bis hin zu politisch aufgeladener Thrillerware so ziemlich alles bieten, was man sich als Filmfan – egal, welcher Färbung – nur wünschen könnte. Kurz: Es ist angerichtet. Wir wünschen ein frohes und filmisch herausragendes Osterfest!
Inhalt:
Sentimental Value
Familienangelegenheiten
Der Regisseur Joachim Trier ist so ziemlich genau das Gegenteil seines sehr weit entfernten Verwandten Lars von Trier. Statt in dunkle Abgründe blickt auch er in die Seele der Menschen, in denen er aber stets vor allem eines findet: Menschlichkeit. Nachdem er spätestens mit „Der schlimmste Mensch der Welt“ vor vier Jahren auch über Europa hinaus für Begeisterung sorgte (zwei Oscarnominierungen), geht es mit dem Nachfolger „Sentimental Value“ endgültig in den Olymp. Sechs europäische Filmpreise gab es für ihn, bevor er für sage und schreibe neun Oscars nominiert wurde und einen Oscar gewann (Bester internationaler Film) – für ein europäisches Filmdrama in bester Bergman-Tradition fast schon unerhört. Der wunderbare Stellan Skarsgård spielt hier einen alternden Regisseur, der für ein Filmprojekt Anschluss an die ihm entfremdete Tochter („Der schlimmste Mensch der Welt“ Renate Reinsve) sucht. Die lässt ihn abblitzen und setzt so einen mühsamen Prozess der Vergangenheitsaufarbeitung in Gang, für den auch Elle Fanning bei den Oscars als „Beste Nebendarstellerin“ nominiert wurde.
Zone 3
Niemand kann entkommen
Ob Alexa, Siri oder – wie hier – ALMA: Künstliche Intelligenz trägt meistens unverfängliche Frauennamen, die nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, dass dahinter auch ein ungeheueres Überwachungs- und Dystopiepotenzial steckt. Das zeigt sich im französischen Science-Fiction-Thriller „Zone 3“, der wie eine Mischung aus unserer aktuellen Gegenwart und den Visionen eines Philip K. Dick anmutet. Hier ist Paris längst zur Dreiklassengesellschaft verkommen und analog in drei Zonen für unterschiedlich privilegierte bzw. unterprivilegierte Menschen eingeteilt worden – überwacht von eben ALMA, die der Polizei bei der vermeintlichen Aufrechterhaltung von Recht und Gesetz zur Seite steht. Als ALMAs Schöpfer ermordet wird, müssen zwei Cops aus unterschiedlichen Zonen (Adèle Exarchopoulos und Gilles Lellouche) zusammenarbeiten. Dabei fördern sie verstörende Geheimnisse zutage, die das System dauerhaft ins Wanken bringen könnten.
Kein Weg zurück
Wie weit wirst du gehen?
Ein bisschen klingt das zunächst nach dem nächsten Liam-Neeson-Actionkracher oder nach Rache-Action vom Videothekenfließband. Aber sowohl Herkunftsland (Dänemark) als auch Darsteller (Nikolaj Lie Kaas, Trine Dyrholm) lassen uns schnell ahnen, dass das hier skandinavische Qualitätsware mit Wahrhaftigkeitsanspruch ist. Kaas gibt hier den (auch noch nach Neeson „riechenden“) Ex-Soldaten, der sich auf den gefährlichen Weg nach Syrien begibt, um seinen Sohn nach Hause zu holen. Der ist allerdings nicht aus humanitären Zwecken dort, sondern hat sich einer islamistischen Gruppe angeschlossen. In dem brutalen und zerrütteten Land gehen bald letzte Gewissheiten verloren. Außer der einen: dass die Rettung des eigenen Sohnes ziemlich viele Mittel rechtfertigt.
Das Leben der Wünsche
Wünsch dir was!
Wenn wir uns etwas wünschen dürften, dann wäre das wahrscheinlich, dass Matthias Schweighöfer mal gegen sein typisches Rollenklischee besetzt wird. Oder dass deutsche Dramödien sich mal aus den Fahrwassern herausbewegen, die sie seit Jahrzehnten beackern. „Das Leben der Wünsche“ aber ist der beste Beweis dafür, dass nicht alle Wünsche erfüllbar sind. Weil Matthias Schweighöfer hier vor allem Matthias Schweighöfer ist und weil wir die Geschichte vom krisengeschüttelten Mann, dem drei Wünsche einen Ausweg aus dem Schlamassel seines Lebens bieten könnten, schon einmal zu oft gehört haben. Sein Felix (der Name suggeriert bereits, wie glücklich er eigentlich ist) wünscht sich die Erfüllung all seiner Wünsche. Was clever, irgendwie aber auch blöd ist, weil es ja stets ein paar unterbewusst in uns gärende nicht so schöne Wünsche gibt. Das ändert nichts daran, dass die mit netten Regieeinfällen punktende Romanverfilmung in schönster Amélie-Manier vor allem eines bleibt: Wohlfühl- und Erbauungskino.
Herz aus Eis
Die Schneekönigin
Nicht nur der wunderbaren Marion Cotillard als Eiskönigin wegen ist das hier schon ganz großes Kino. In eleganten Bildern lässt uns Regisseurin Lucile Hadžihalilović in die 1970er-Jahre eintauchen, in denen eine junge Ausreißerin in den Bann von Schauspielerin Cristina (Cotillard) gerät, die hier gerade Andersens „Schneekönigin“ verkörpert. Zunächst ähnlich unterkühlt wie ihre Figur, nimmt sich die perfektionistische und brillante Schauspielerin des jungen Mädchens an. Zwischen den beiden entsteht eine besondere Beziehung, die beide noch einmal reifen lässt. Vor allem im Falle des Mädchens ein klassischer Fall von Coming-of-Age, der hier märchenhaft surreale Züge erhält. Schön!
WVG | Plaion | Alive
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