
Februar Sounds: Die besten Releases 2026
Neue Musik für kalte TageBoygroups und Folkrock, fein ziselierte Elektronik und flirrende Disco-Vibes. Dazu die Rückkehr eines Robbie Williams in Bestform: Was kann sich der Musikfan eigentlich mehr wünschen vom Beginn eines noch recht unbefleckten Musikjahres? Zumal das eine oder andere Album mit Sicherheit noch nicht auf dem Radar aller Müller-Kundinnen und -Kunden erschienen ist. Stichwort: der tolle Apparat und der unfassbar lässige Sébastien Tellier. Unser Tipp: einfach mal reinhören und mitreißen lassen in Klangwelten, die 2026 unter Umständen prägend werden könnten. Wir jedenfalls haben mit „Thrill Of The Night“ unseren ganz persönlichen Partysong der Saison jetzt schon gefunden. Viel Spaß beim Mitentdecken!
Inhalt der Seite:
Robbie Williams
Britpop
Alles auf Anfang. Zumindest fast. Denn nachdem sein wirklich fantastisches Biopic „Better Man“ trotz Affenzirkus aus unerfindlichen Gründen nicht das ganz breite Publikum erreichen konnte, sollte es die Rückkehr zum Sound seiner Jugendjahre tun: „Britpop“. Nur dass er sich für seine Rückbesinnung ausgerechnet den Zeitraum ausgesucht hatte, an dem eine gewisse Taylor Swift ihr neues Album zu releasen gedachte. „Verschoben aus produktionstechnischen Gründen“ bedeutet an der Stelle also einfach: verschoben, weil in TayTays Schatten keine weiteren Topseller gedeihen können. Nun geht es also mit ein wenig Verspätung zurück in die Vergangenheit und zu dem, was gewesen wäre, wäre nicht eine gewisse Boyband dazwischengekommen. Und was sollen wir sagen: Die Britpop-Mackerpose à la Liam steht auch Herrn Williams ausgesprochen gut.
Apparat
A Hum Of Maybe
Als Apparat hat Sascha Ring im Verlauf seiner Karriere schier Unglaubliches geschafft. Vom umtriebigen Technomusiker hat er es zu einem der spannendsten E- und U-Musik-Namen in Deutschland gebracht. Sowohl als Teil des gefeierten Trios Moderat (zusammen mit dem DJ-Duo Modeselektor) als auch mit seinem Soloprojekt Apparat, das ihm sogar eine Grammy-Nominierung eingebracht hat und in seinen stärksten Momenten an die elektronischeren Arbeiten von Radiohead bzw. Thom Yorke denken lässt. Volle sechs Jahre ließ er allerdings nichts von sich hören. Und man darf vermuten, dass der pandemische Ausnahmezustand zu Beginn der 2020er ganz maßgeblich zur Schreibblockade beigetragen hat. „A Hum Of Maybe“ markiert nun die Befreiung. Und was für eine. Kunstvoll türmt Ring hier Soundschichten und Instrumentalpassagen übereinander, mal unterstützt von Sängerin Káryyn, dann wieder von der versierten Band, die seinen Klangkosmos auch live auf die Bühne bringt. Ein sehr früher Kandidat für Jahresbestenlisten!
Mumford & Sons
Prizefighter
Nur etwa ein Jahr, nachdem ihnen mit „Rushmere“ zum dritten Mal der Sprung auf die britische Album-Pole – und zum vierten Mal unter die deutschen Album-Top-5˛– gelungen ist, melden sich Marcus Mumford und die Seinen bereits mit Album Nummer sechs zurück. Ganz offensichtlich ging es dank der Zusammenarbeit mit The-National-Mastermind Aaron Dessner (der unter anderem ja auch Taylor Swift jenseits der Teenie-Brigaden salonfähig gemacht hat) diesmal besonders fix. Lediglich zehn Tage habe man für den Schreib- und Aufnahmeprozess in Dessners New Yorker Studio benötigt. Und das bürgt natürlich für eine Unmittelbarkeit, Intimität und Authentizität, die den britischen Folk-Ikonen bestens zu Gesicht steht. Zumal sie in schönster Family-and-Friends-Manier auch noch Besuch bekommen haben in der Kürze der Zeit: Unter anderem Chris Stapleton, Hozier, Gigi Perez und Gracie Abrams haben für ein Feature vorbeigeguckt, um dem „Prizefighter“ aus der gemeinsamen Ecke heraus zum Sieg im Ring zu verhelfen.
Westlife
25 - The Ultimate Collection
Woran man merkt, dass man alt wird? Wenn Boybands, deren Karrierestart weit im eigenen Erwachsenenleben erfolgte, ihr 25. Bandjubiläum begehen. Nun also Westlife, die große irische und zu Beginn von Ronan Keating protegierte Boygroup, die im vergangenen Jahr auf großer Jubiläums-Welttour gewesen ist und nun, quasi zur Komplettierung der Feierlichkeiten, „The Ultimate Collection“ hinterherschiebt. Und damit „Ultimate“ auch wirklich ultimativ ist, gibt es neben zahlreichen Fan-Favourites wie „You Raise Me Up“, „Uptown Girl“ und „Flying Without Wings“ auch brandneues Material. Darunter die gefeierte Single „Chariot“, die von keinem Geringeren als Ed Sheeran mitgeschrieben wurde. Sage noch einer, die prominenten Unterstützer wären weniger geworden mit den Jahren. Herzlichen Glückwunsch!
Sébastien Tellier
Kiss the Beast
Sebastién Tellier gehört zu den schrägsten (zumindest in seiner Anfangszeit) und mit Sicherheit interessantesten Künstlern der französischen Electronica- und Popszene und sorgt seit mehr als 20 Jahren zwischen Daft Punk und Cassius, Phoenix und Air für Begeisterung auch jenseits der heimischen Grenzen. Zuletzt hat der bärtige Schrat (sorry!) mit seinem Klassiker „La Ritournelle“ während der olympischen Eröffnungszeremonie auf sich aufmerksam machen können. Jetzt folgt mit „Kiss the Beast“ der nächste Streich. Zwischen verspielter Introspektion und flirrender Disco gibt er dem French Touch hier noch mal einen ganz eigenen Dreh. Unterstützt nicht nur von Arcade-Fire-Streicher-Ikone Owen Pallett und Disco-Funk-Gitarrengott Nile Rodgers, sondern auch von keinem Geringeren als Kid Cudi und der Hyperpop-Überqueen Slayyyter. Letztere legt unüberhörbare Studio-54-Vibes in die Vorab-Single „Thrill Of The Night“, die – wenn uns nicht alles täuscht – auch noch im Sommer 2026 für Ekstase auf den Tanzflächen sorgen wird. Was für ein unfassbares Partybrett!
Universal | Sony | Rough Trade







