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Unsere brandaktuellen CD-Kritiken

Die Musik-Tipp4U für den November

Was kann im November noch kommen nach Helene Fischer-Baby-News und neuem „rauschhaften“ Album des deutschen Superstars? Eine ganze Menge. Schließlich steht auch noch Weihnachten vor der Tür und damit reichlich Gelegenheit für musikalische Überraschungen und besinnliche Klänge. Die gibt es noch am ehesten bei Art Garfunkel-Spross Junior, Max Giesinger und James Blunt, bei Falco wird es allenfalls „emotional“. Der Altherrenclub um Rod Stewart, Bernhard Brink und Didi Hallervorden teilt den „Oldie but Goldie“-Award diesmal untereinander auf. Unser Geheimtipp aber: „The Comeback Special“ vom ewigen England-Geheimtipp The The, den es in unterschiedlichen und jeweils edlen Versionen zu erstehen gibt. Matt Johnson hat schließlich einige der besten Popsongs der 1980er- und 1990er-Jahre geschrieben („This Is The Day“, „Infected“) und dieses Livealbum ist der beste melancholisch-mitreißende Begleiter durch die ersten Wintermonate. Wir wünschen viel Spaß beim (Wieder-)Entdecken!

Art Garfunkel

Wie Du – Hommage an meinen Vater

 

Der Papa ist als Teil von Simon & Garfunkel zu Weltruhm gekommen, Sohnemann James Arthur Garfunkel (der sich karrierehalber in Art Garfunkel Jr. umbenannt hat) war bislang vor allem für ein Taff-Doku-Format auf Brautschau und an der Seite seines Vaters auf deutschen Bühnen zu sehen. Dort hat er gezeigt, dass er nicht nur realitytauglich krawallen kann, sondern auch (fast) so schön singen wie sein Vater zu besten Zeiten. Unter Beweis stellen darf er das nun auch auf diesem Duett-Album, für das er die größten Hits des Herrn Papa auf Deutsch zum Besten gibt – unterstützt von einer respektablen Garde deutscher Schlagerprofis. U. a. mit dem Junior zu hören: Marianne Rosenberg, Ross Antony, Eloy de Jong, Bernhard Brink, Olaf, Anna-Carina Woitschack sowie – natürlich – Papa Art Sr. Schön!

Art Garfunkel

Dieter Hallervorden

80 Plus

Dieter Hallervorden

Eigentlich geht er ja schon langsam auf die 90 zu, der gute Dieter Hallervorden. Aber nicht zuletzt seine Auftritte bei „The Masked Singer“ haben gezeigt, dass er erstens noch mit den Jungspunden mithalten und zweitens auch ganz passabel singen kann. Das hat er recht erfolgreich schon in den 1970ern getan. Und das tut er auch jetzt wieder. Auf „80 Plus“, einem – nun ja – fast schon bluesrockigen Album, mit dem er seinen gefühlt fünften Karrierefrühling einläutet. Zwischen Rückblick auf eine bewegte Vergangenheit und Ausblick auf das, was noch kommt, bewegt sich der Kultkomiker. Von „Mein Leben“, über „Ehe“, „Freiheit“ und „Tod“ bis hin zu – wer könnte es vergessen – „Palim Palim“, das ihn zu Beginn seiner Karriere unsterblich hat werden lassen. Deswegen freuen wir uns auch auf das, was noch kommt. „90 Plus“ – demnächst im deutschen Fernsehen und in unseren Stereoanlagen.

Falco

Emotional – Again…

Unglaubliche 35 Jahre hat nun auch schon dieses Album auf dem Buckel: Der Nachfolger des legendären „Falco III“-Albums von Hans Hölzel, mit dem er 1986 unter Beweis stellen durfte, dass er ganz zu Recht der damals einzige deutschsprachige Künstler von Weltrang war. Anlässlich des Jubiläums hat Warner nun die Originalaufnahmen wieder herausgekramt und nicht nur einem aufwändigen Remastering unterzogen, sondern es für unterschiedliche Editionen auch um reichlich Bonusmaterial ergänzt. Neben dem Originalalbum auf CD oder Vinyl (limitiert sogar in Rot!) erscheint auch ein Deluxe-Boxset, das neben 3 CDs (inklusive Extended-, Single- und Instrumental-Versionen) auch noch eine Live-DVD der zugehörigen Tour enthält. Allen gemein: Legendäre Hits wie „The Sound of Musik“, die „Jeanny-Fortsetzung „Coming Home“ oder der Titelsong „Coming Home“ – natürlich in aufgefrischter Top-Qualität. Dem Meister hätte es sicher gefallen!

Falco

Rod Stewart

Tears of Hercules

Rod Stewart

76 Jahre ist Rod Stewart mittlerweile alt. Aber wie seine Kollegen von den Stones und andere verdiente Altrocker ist er längst noch nicht bereit, sich auf sein Altenteil zurückzuziehen. Im Gegenteil: Der zweifache Rock-and-Roll-Hall-of-Famer hat die Pandemiepause kreativ genutzt, um sein mittlerweile 31. (!!) Studioalbum aufzunehmen, für das er neun der insgesamt 12 Songs auch gleich selbst (mit-)geschrieben hat. Unter anderem das seinem Vater gewidmete „Touchline“ und den Albumopener „One More Time“, der programmatisch für den x-ten Karrierefrühling des Briten ist. Der ist übrigens immer noch (und zu Recht) von seinen Fähigkeiten – nicht nur als Liebhaber – überzeugt, wie er in den Liner-Notes zum Ausdruck bringt: „Ich glaube, dies ist bei Weitem mein bestes Album seit vielen Jahren.“ Dem haben wir nichts hinzuzufügen.

James Blunt

The Stars Beneath My Feet

 

Der Mann hat Humor. Seit „You’re Beautiful“ wird er immer wieder (und zu Unrecht) in die Schmachtecke gestellt und manch einer seiner Auftritte wurde vom Augenrollen zahlreicher Kritiker begleitet. Dabei hat der Brite zahlreiche Hits auf Lager, von denen er nun sage und schreibe 30 auf einem „Greatest Hits“-Album veröffentlicht, dessen poetischer Titel den Sänger selbst zum Schmunzeln gebracht hat. „Wer sich schon immer gewünscht hatte, dass ich nur ein Album veröffentlicht hätte, der kaufe sich einfach dieses Album“, so der Musiker grinsend. Recht hat er. Was in den rund 17 Jahren seiner Karriere entstanden ist, reicht locker, um ihm auch ein „You’re Beautiful“ zu verzeihen. Außerdem ergänzen vier Liveaufnahmen und vier brandneue Songs das Repertoire, was das Album auch für Hardcorefans noch einmal zum lohnenden Objekt der Begierde werden lassen dürfte.

James Blunt

The The

The Comeback Special

 

The The

Zwischen 1983 und 1993 (und für viele weit darüber hinaus) gehörte Matt Johnson mit seiner Band The The zum Allerbesten, was (nicht nur) der britische Musikmarkt zu bieten hatte. Alben wie „Soul Mining“, „Infected“ und „Mind Bomb“ sind längst Klassiker, Songs wie „Armageddon Days“ und „The Beat(en) Generation“ heute aktueller denn je. Um so tragischer, dass Matt Johnson außer Soundtrackarbeiten und der ein oder anderen Single seit Jahren nichts mehr zur Veröffentlichung gebracht hat. Bis jetzt! Denn vor drei Jahren fand sich die Band nach 16 Jahren Livepause wieder zusammen, um ein legendäres „Comeback“-Konzert in der altehrwürdigen Royal Albert Hall zu spielen. Und dem spendiert Ear Music nun die von Fans sehnlich erwartete Luxus-Behandlung. Nicht nur auf Doppel-CD und Dreifach-Vinyl erscheint „The Comeback Special“, sondern auch im schicken limitierten Bluray-Mediabook, das neben 24-seitigem Booklet auch noch den zugehörigen Konzertfilm enthält. Für nachgewachsene Generationen die Möglichkeit, eine der besten Bands der letzten 40 Jahre neu für sich zu entdecken, für Fans der ersten Stunde ein Versprechen, das in die Hoffnung auf neues Material münden dürfte.

Giovanni Zarrella

Ciao - Gold Edition

 

Dem ehemaligen „Bro`Sis“-Gewächs Giovanni Zarrella gelingt – wie seinem Kollegen Ross Antony – zur Zeit wirklich alles: Eine glückliche Ehe mit seiner ebenso erfolgreichen Frau Jana Ina, bald drei gemeinsame Kinder, eine neue erfolgreiche LTV-Show und endlich auch die musikalische Nische, in der er große Erfolge feiert: Mit der Übertragung deutscher Pop-Hits in seine Muttersprache und damit dem besten aus den Welten von Italo-Pop und Schlager in einem. Entsprechend erfolgreich war „Ciao“ auch im vergangenen Jahr. So erfolgreich, dass eine Gold-Edition, ergänzt natürlich um zusätzliche Tracks, nur eine Frage der (Weihnachts-) Zeit war. Aber es sei ihm gegönnt: Der smarte Deutsch-Italiener ist so sympathisch und charmant, dass ihm wegen des anhaltenden Erfolgs wohl kaum eine Welle der Missgunst entgegenschlagen dürfte.

Giovanni Zarrella

Max Giesinger

Vier

 

Max Giesinger

„Vier“, der Titel verrät es bereits, ist das vierte Album des sympathischen Singer/Songwriters, dessen Reise es 2018 auf den zweiten Platz der deutschen Albumcharts brachte. Seither ist viel passiert. Beziehungsweise gerade auch nicht. Weil es Giesinger ging wie dem Rest von uns: Den Großteil der letzten zwei Jahre hat er Zuhause gebracht. Das ist für einen Künstler nicht zwingend eine Katastrophe. Zumindest dann nicht, wenn man die Zeit für den Haushalt nutzt und dabei gleichzeitig an Songs für das neue Album arbeitet. Das hat er getan und dabei nach eigenen Aussagen auch ein Stück weit zu sich selbst finden dürfen. Das könnte man bereits auf Singles wie „Irgendwann ist Jetzt“ oder „Der letzte Tag“ nachhören und jetzt auf Albumlänge bestätigen: Der 32-Jährige hat noch einmal ein bisschen reifen und mit Kollegin Madeline Juno sogar ein wunderschönes Duett einsingen dürfen („Hotel“).

Die Hit Giganten

Italo Pop

 

Seien wir ehrlich: So richtig wollen wir den Sommer nicht ziehen lassen – und das, obwohl wir bald mit dem Herbst durch sind. Deswegen kramen wir auch andauernd neue Urlaubserinnerungen hervor, schließen die Augen und tun zumindest so, als wären wir noch an der Adria. Unterstützung erhalten wir dabei von der neuesten Ausgabe der Hit Giganten, die auf zwei CDs all das versammelt, was zwischen Pizza, Pasta und Amore für echtes Urlaubsfeeling sorgen kann. Wobei man sich (dankenswerterweise) nicht nur auf aktuelle Charthits wie „Arrogante“ von Irama oder „Dove e Quando“ von Benji & Fede verlässt, sondern jede Menge Italo-Klassiker aus der Eistüte zaubert: Neben u. a. Al Bano & Romina Power mit dabei: Der unkaputtbare Umberto Tozzi mi „Ti Amo“ und Domenico Modugno mit „Nel blu dipinto di blu“. Bella, Italia!

Hit Giganten

Bernhard Brink

Leben und Lieben (Schlagertitan Edition)

 

Bernhard Brink

Fast 70 musste Schlagertitan Bernhard Brink werden, bevor ihm mit einem Album erstmals der Einstieg in die deutschen Album-TopTen gelungen ist. Im Mai – pünktlich zu seinem damals 69. Geburtstag war es so weit: „Lieben und Leben enterte die Albumcharts auf dem verdienten achten Platz. Grund genug für den Sänger, zum Ende des Jahres noch einmal zu feiern und das Erfolgsalbum in einer „Schlagertitan Edition“ zur erneuten Veröffentlichung zu bringen. Diesmal dabei: Eine zweite CD, die neben 13 Hits aus seiner bewegten Karriere endlich auch den zweiten Teil seines „Schlagertitan Hitmix“ beinhaltet.

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