Heimkino-Highlights im Dezember 2021

Unsere brandaktuellen DVD-Kritiken

Unsere DVD Tipp4U für den Dezember

Die ersten großen Blockbuster des Jahres liegen hinter uns und endlich gibt es auch im Heimkino wieder die Gelegenheit, sich auf die ganz großen Brocken des wieder in Fahrt gekommenen Kinojahres zu freuen. Kurz vor Weihnachten dürfen deshalb nicht nur Superhelden und Science-Fiction-Fans frohlocken, auch Horrorfans kommen auf ihre Kosten. Und Familien dürfen sich mit Fellfreunden und urkomischen Hexenmeistern auf dem Familiensofa einfinden, um ausgefallene Kinonachmittage nachzuholen. Auch so kann besinnliche Adventszeit nämlich aussehen! In diesem Sinne: Viel Spaß beim Kucken!

 

The Forever Purge

Keine Regeln mehr

Nachdem es Anfang 2020 so schien, als habe „The Purge“ mit dem Sturm auf das US-Kapitol die Regeln der Fiktion endgültig verlassen, setzen die Macher der erfolgreichen Freinacht-Horror-Franchise noch einmal einen drauf. Denn was ist schon eine Nacht des straffreien Mordens, wenn man die brutale Anarchie jeden Tag haben könnte? So denkt zumindest eine Untergrundbewegung, die das Land auch an anderen Nächten mit Mord und Totschlag überzieht und die USA so in noch größeres Chaos stürzt. Insbesondere eine reiche Rancherfamilie und deren Angestellte bekommen den Regelbruch zu spüren: Sie werden nach der Purgenacht Opfer eines brutalen Überfalls und müssen über soziale Grenzen hinweg zusammenhalten, um die regelwidrig fortgesetzte Horrornacht zu überleben.

The Forever Puge

Reminiscence

Die Erinnerung stirbt nie

Reminiscence

An der Seite ihres Mannes Jonathan Nolan (Bruder von Christopher) hat sich Lisa Joy für „Westworld“ bereits erfolgreich in dystopische Sci-Fi-Welten stürzen dürfen. Mit „Reminiscence“ lässt sie nun einen faszinierenden Spielfilm folgen, der nicht von Ungefähr an Genrekollegen ihres Schwagers („Inception“) denken lässt. Als eine Art „Geistesdetektiv“ lebt Hugh Jackman hier an der überfluteten Küste von Miami. Er dringt tief in die Erinnerung der Menschen vor, um verschüttete Geheimnisse hervorzuholen und soll Ähnliches auch für seine Klientin Mae (Rebecca Ferguson) tun. Als jene verschwindet, taucht er immer tiefer in ein Netz aus Verschwörung und Erinnerungen ein, das nicht von ungefähr an Noir-Klassiker wie „The Big Sleep“ oder „Chinatown“ denken lässt. Nur eben mit futuristischem Twist…

Dune

Der Wüstenplanet


Mit seiner filmischen Neuauflage zum u. a. bereits von David Lynch verfilmten „Wüstenplanet“ hat Science-Fiction-Wunderkind Denis Villeneuve („Blade Runner 2029“, „Arrival“) das Kino fast im Alleingang aus dem Dornröschenschlaf geholt. Mit an Opulenz kaum zu überbietenden Bildern fremder Welten und Stars wie Timothée Chalamet, Zendaya, Oscar Isaac, Jason Momoa, Rebecca Ferguson und Josh Brolin entführt er uns in die fernste Zukunft, in welcher der Kampf zwischen zwei Herrscherhäusern die Zukunft der gesamten Galaxie entscheiden könnte. Wobei die Entscheidung nach zweieinhalb Stunden, Momenten großer Stille und mächtiger Schlachten und dem ein oder anderen „Lawrence von Arabien“-Moment vertagt werden musste. Denn Teil zwei ist vom Erfolg dieses Filmes abhängig gemacht worden. Ein Glück, dass dieser so gut funktioniert hat. Die Fortsetzung ist bereits bestätigt…

Dune

Malignant

James Wan im Giallo-Land

Malignant

Als Schöpfer der „Saw“-Franchise“ und Regisseur von modernen Klassikern wie „The Conjuring“ hat James Wan längst Horrorgeschichte geschrieben. Für „Malignant“ wagt er sich nun selbst zurück in die Blütezeit des Genres und serviert uns das, was in den Siebziger Jahren von Regisseuren wie Dario Argento als Giallo zelebriert worden ist. Neben den für das Subgenre so typischen Farborgien erinnert „Malignant“ aber auch inhaltlich an die großen Meister. Die junge Madison wird hier von albtraumhaften Visionen grausamer Morde geplagt und muss bald feststellen, dass diese auch in der Realität ihre Entsprechung haben. Schuld könnte ein gewisser Gabriel sein: Der begleitet sie seit ihrer Kindheit und droht nun auch der erwachsenen Madison das Leben buchstäblich zur Hölle zu machen.

Paw Patrol

Der Kinofilm

Das war aber allerhöchste Zeit: Seit Jahren schon sorgen die „Fellfreunde“ mit ihren tierischen Rettungsmissionen für Furore auf heimischen Bildschirmen und dank zahlreicher Spielzeuge auch im Kinderzimmer. Aber mit einem eigenen Film ins Kino geschafft – das hatten sie es bislang noch nicht. Lediglich aufgeblasene Serien-Specials waren zur Freude der Kids hier zu sehen. Weshalb „Paw Patrol – Der Kinofilm“ als voll funktionsfähiges eigenes spielfilmlanges Abenteuer doch etwas ganz Neues ist. Etwas Neues, das freilich auf die bewährten Animationen und Figuren setzt. Wie so oft geht es auch hier um die ewige Rivalität zwischen den Paw Patrollern um Chase, Marshall & Co sowie dem Bürgermeister, der natürlich wieder allerhand Böses im Schilde führt. Aber keine Sorge: Die Helden auf vier Pfoten sind mit allen Wassern gewaschen. Und führen ihr Abenteuer auch hier zum wohlverdienten Happy-End.

Paw Patrol

The Suicide Squad

Selbstmord mit Ansage

The Suicide Squad

Eigentlich war der DC-Ableger rund um die „Suicide Squad“ bereits tot, nachdem David Ayer den Vorgänger ziemlich in den Sand gesetzt hatte. Aber dann kam „Guardians of the Galaxy“-Schöpfer James Gunn und hat der Story von den geläuterten Bösewichtern ein neues Gewand verpasst. Und das passt endlich zum durchgeknallten und anarchischen Charme, der die Comicvorlage schon immer ausgezeichnet hat. Nach einem mehr als versemmelten (und unglaublich komischen) Auftakt muss das Teams um Bloodsport (Idris Elba), Peacemaker (John Cena), Harleen Quinn (Margot Robbie) und einen wandelnden Haifisch einem Inseldiktator und dessen außerirdischer Brut Einhalt gebieten. Und das macht sie auf denkbar (comic-) brutale und aberwitzige Art und Weise. Und wenn man sich an Figuren wie King Shark oder den Polka Dot-Man gewöhnt hat, dann hat man auch kein Problem mehr damit, wenn plötzlich überdimensionale Seesterne auftauchen. Kurz: Ein Meisterwerk des gepflegten Comic-Irrsinns, das so gerne in Fortsetzung gehen darf.

 

Catweazle

Zauberer auf Abwegen

Oscar-Preisträger Denzel Washington, Oscar-Preisträger Rami Malek („Bohemian Rhapsody“) und Oscar-Preisträger Jared Leto in einem Film? Da kann es sich nur um ganz großes Kino handeln – selbst wenn der Film mit „The Little Things“ etwas tiefer stapelt. Tatsächlich folgt der Serienkiller-Thriller den üblichen Genrepfaden und lässt einen älteren Cop (Washington) mit undurchsichtiger Vergangenheit auf einen jungen Detektiv (Rami Malek) mit nur schwer zu lösendem Fall treffen. Denn in L. A. treibt ein psychopathischer Serienkiller sein Unwesen. Und der scheint den beiden Ermittlern stets einen Schritt voraus zu sein. Das klingt erst einmal nicht besonders innovativ, lebt aber von seiner düsteren Grundstimmung. Und natürlich vom Darsteller-Trio, das her mal wieder zeigen darf, dass Oscars nicht auf Bäumen wachsen und sie ihre Auszeichnung redlich verdient haben.

The Little Things

The Green Knight

Artussage(n) mal anders

The Green Knight

Recht martialisch sah er aus, der erste Trailer zu David Lowerys „The Green Knight“. Was so manchen Fantasy-Fan bereits frohlocken ließ. Dabei hat die auf einem mittelalterlichen Stoff beruhende Geschichte mit „Game of Thrones“ oder „Vikings“ in etwa so viel zu tun wie Minnesang mit Popmusik. Dev Patel spielt hier den Ritter Gawain, der sich am Hofe seines Onkels, König Artus, im Kampf gegen den sagenhaften grünen Ritter beweisen muss. Ein Jahr bleibt ihm, sich nach erfolgreicher Köpfung dem Rückkampf zu stellen. Der Weg dorthin aber ist gepflastert mit mythischen und märchenhaften Begegnungen, die wie so oft in mittelalterlichen Erzählungen Teil der Entwicklung zu einem besseren Selbst sind. Kurz: „The Green Knight“ ist ein faszinierender und phänomenal verspulter Brocken, an dem vor allem Cineasten ihren Spaß haben. Fans großer Schlachtengemälde bleiben besser bei „Game of Thrones“ & Co.

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